Streckenabschnitt 1 | Waging am See - Laufen/Oberndorf
 


Bajuwarenmu-
seum


Bajuwarischer
Krieger
Waging am See

Seit der Jungsteinzeit (3.000 v. Chr.) ist Waging Siedlungsort. Kelten und Römer lebten hier. Zu Beginn des 6. Jahrhunderts wanderten germanische Sippen (u.a. Langobarden, Alamannen, Thüringer) ein und bildeteten zusammen mit der noch hier lebenden keltoromanischen Restbevölkerung den neuen Stamm der Bajuwaren.

Waging ist seit dem 8. Jahrhundert im Besitz der Salzburger Kirche und wird 1809 bayrisch.

Als das bereits im 19. Jahrhundert entdeckte bajuwarische Reihengräberfeld 1986/87 ausgegraben wurde, war die Ungestörtheit der Gräber und die Qualität der Funde eine archäologische Sensation. Das Wissen über unsere Vorfahren wurde umfassend erweitert.

Davon zeugt das Bajuwarenmuseum in Waging, das einzige Spezialmuseum zur Entstehungsgeschichte der Bajuwaren. Sei es der Goldschmuck, die Perlenketten die Goldblattkreuze oder die Waffen, sie alle sind in diesem Highlight der Bajuwarentour lebendig präsentiert.

Sehenswert in Waging:
Der liebevoll renovierte Marktplatz, die Pfarrkirche von 1699 mit bemerkenswertem Stuck der Wessobrunner Schule und Pfarrhof aus dem 18. Jahrhundert.

Der Blick von der Wallfahrtskirche am Mühlberg gehört zu den schönsten im Ruperrtiwinkel. Typisch für das Bild der bäuerlichen Kulturlandschaft sind die zahlreichen Wegkapellen.



Waginger Becken und
Weidsee
Waginger Becken/Waging am See,
Taching und Tengling, Petting


Das Becken, das heute durch den Waginger- und Tachinger-See erfüllt ist, wurde durch die Eiserosion des Salzachvorlandgletschers geschaffen.

Nach dem Abschmelzen des Gletschers breitete sich vor 18.000 Jahren der Ur-Waginger See aus. Der Seespiegel lag mit 460 m noch deutlich über dem heutigen Niveau von 442 m.

Erst die Jahrtausende andauernde natürliche sowie die 1867 durchgeführte künstliche Tieferlegung der Achen führten zur Zweiteilung des Sees in den Waginger und Tachinger See. Beide Badeseen erwärmen sich im Sommer rasch über 20° C.



Moorsee


Weg durch den
Filz


Schönramer Filz/Petting

Der Schönramer Filz, eines der größten Hochmoore Südostbayerns, entwickelte sich über wasserstauenden Seetonen, die während des Zerfalls des Salzachvorlandgletschers hier abgelagert wurden.

Das Moor ist durch extremen Nährstoffmangel gekennzeichnet, da die Anbindung an das Grundwasser fehlt. Pflanzen werden einzig durch Staubpartikel und durch Regen mit Nährstoffen versorgt. Das Hochmoor umfasst 150 ha, davon sind 51 ha Naturschutzgebiet.

Es beherbergt den Moorsee und den größten Waldkiefern-Filz Südbayerns. Die Moor- und Heidewanderung informiert auf Schautafeln über die Fauna, Flora und Nutzungsgeschichte. Zwischen 1933 und 1951 waren noch rund 2000 Torfstecher tätig, um Brenntorf aus dem Filz zu gewinnen.

In den letzten Kriegsjahren wurden auch viele fremdländische Zwangsarbeiter in einem hier errichteten Lager des Reichsarbeitsdienstes zur Torfgewinnung eingesetzt. Viele der Lagerinsassen starben an Tuberkulose und fanden im "Ukrainerfriedhof" ihre letzte Ruhe.



Abtsdorfer See




Abtsdorfer See, Haarmoos
und Weidmoos/Laufen

Der Abtsdorfer See blieb als Rest des großen "Haar- oder Huisees" bestehen. Dieser wiederum stellt geologisch gesehen ein Überbleibsel des riesigen Salzburger Sees dar, der sich zwischen Golling im Süden und Tittmoning im Norden ausbreitete.

Das heutige Flachmoor des Haar- und Weidmooses war bis in historische Zeit ein Teil des Haarsees, der jedoch nach der Seespiegelabsenkung zwischen 1772-1774 teilweise trocken fiel. Dieses landschaftliche Idyll ist auch heute noch Brutrevier des Großen Brachvogels.