Streckenabschnitt 5 | Michaelbeuern - Franking
 


Kloster
Michaelbeuern


Michaelbeuern

Michaelbeuern wird durch die mächtige Benediktinerabtei bestimmt. Bereits zur Zeit des Salzburger Bischofs Flobrigis existierte hier um 736 eine Mönchszelle, die 817 im Aachener Klosterverzeichnis als "Buria" bezeichnet wird.

Nach der Unterbrechung des Klosterlebens während der Ungarnkriege kam es unter Pfalzgraf Hartwig I. zur Neustiftung der Abtei und am 18. Juli 1072 zur glanzvollen Neuweihe der romanischen Pfeilerbasilika. Unter Abt Walther (1161-1190) wurde die nach ihm benannte Walther-Bibel erworben.

Ab dem 17. Jahrhundert übernahm Michaelbeuern weitreichende Seelsorge- und Bildungsaufgaben, die bis heute eine zentrale Stellung im Kloster einnehmen.



Alpenpano-
rama von Dorfbeuern
Alpenpanorama/Dorfbeuern

Auf der Sonnenterrasse zwischen Michaelbeuern und Dorfbeuern genießt man den Blick in die Alpen. Während das Alpenvorland durch bewaldete Rücken und sanfte Talböden geprägt wird, erheben sich am Horizont die hoch aufragenden Plateaus der Nördlichen Kalkalpen mit Graten und Gipfeln.

Diese werden aus Kalken und Dolomiten der Trias- und Jurazeit (245-145 Millionen Jahre) aufgebaut. Die Hauptmasse dieser Karbonatgesteine wurde in seichten Lagunen und vorgelagerten Korallenriffen eines tropischen bis subtropischen Meeres gebildet.

Noch heute findet man im Tennen- und Hagengebirge oder auf dem Untersberg, Watzmann, Hochstaufen und Zwiesel Fossilien aus dieser Zeit. Der Haunsberg gehört dagegen zu den Flyschrücken des Alpenvorlandes.



Moosdorf
Alte Platte/Moosdorf

Die Kirche von Moosdorf liegt weithin sichtbar auf einer Erhebung der "Alten Platte". Diese besteht aus fest verkitteten Tonen, Sanden und Schottern, sogenannten Konglomeraten. Während die weniger verfestigten Anteile der Molasse vom sich ausbreitenden Salzachvorlandgletscher erodiert wurden, blieb diese Härtlingsrippe bestehen.

Sie erhebt sich markant aus der eiszeitlich überprägten, sanftwelligen Grundmoränenlandschaft an der Grenze des Salzburger Flachgaus zum Oberösterreichischen Innviertel.



Moorlehrpfad


Brachvogel



Ibmer Moos/Eggelsberg, Franking

Am Ende der letzten Eiszeit vor 18.000 Jahren erfüllte der Salzburger See das Gebiet des Ibmer Mooses.

Dieser riesige See breitete sich zwischen Golling im Süden und Tittmoning im Norden aus. Als er wenige Jahrtausende später ausgelaufen war, wurden die mächtigen Tonablagerungen des Seebodens zur Landoberfläche. Darüber entwickelten sich ausgedehnte Moorlandschaften. Zwischen Hackenbuch und Ibm befindet sich der Moorlehrpfad Ibmer Moos.

Dieser führt auf einem gut befestigten Pfostenweg durch das Natura 2000 Schutzgebiet, welches das größte Brachvogelvorkommen Österreichs beheimatet. Auch der Wachtelkönig, Reiher, Kiebitz und der prächtige Wiedehopf sind hier zu finden. Die Flora des Mooses beherbergt die Moosbeere, Preiselbeere, Rauschbeere, den wilden Rosmarin, das Wollgras und den Sonnentau.



Eiszerfalls-
landschaft Ibm

Eiszerfallslandschaft/Eggelsberg

Mit dem beginnenden Abschmelzen des Salzachvorlandgletschers vor 18.000 Jahren entstand die sogenannte Eiszerfallslandschaft. Über den Erhebungen, dort wo das Eis weniger mächtig war, schmolz dieses rascher ab als in den Mulden und Senken.

Die Oberinnviertler Landoberfläche war dadurch von riesigen Toteiskörpern überzogen. Flüsse und Bäche schütteten Sande und Schotter an diese heran, es entstanden Eisrandterrassen. Besonders charakteristisch findet man die Eiszerfallslandschaft im Norden des Ibmer- oder Heratinger-Sees.